Südlicher Ortsrand von Hermance
Das Dorfzentrum von Hermance ist dank seiner gut erhaltenen historischen Bausubstanz als ISOS-Perimeter von nationaler Bedeutung eingestuft. Die attraktive landschaftliche Lage und das historische Ortsbild leiden jedoch heute unter der dominanten Präsenz des Verkehrs. Der Freiraum wird größtenteils vom ruhenden Verkehr eingenommen, der Ortseingang ist als rein technische Mobilitätsanlage gestaltet, und die überdimensionierte Ortsdurchfahrt wirkt als trennendes Element zwischen dem östlichen und westlichen Dorfteil.
Hinzu kommt, dass die gegen den See abfallende Wiese, eine der wenigen unbebauten Parzellen am rechten Ufer des Genfersees, die südliche Grenze des Dorfes bildet – und dadurch unter erheblichem baulichen Druck steht.
Ausgehend von diesen Beobachtungen basiert das Projekt auf einem integralen Ansatz zur Verdichtung und Freiraumgestaltung. Die Ortsdurchfahrt, der Ortseingang und die Seewiese werden innerhalb einer übergeordneten Verdichtungsstrategie als kompositorische Einheit von Freiraum und Bebauung betrachtet, in die die Mobilitätselemente eingebettet sind.
So wird beispielsweise die Wendeschleife des Busses zu einem Eingangsplatz und Aussichtspunkt umgestaltet. Das neue Quartier im Süden wird kompakt bebaut und fasst die Wiese räumlich, wodurch diese dauerhaft vor weiterer Bebauung geschützt wird. Gleichzeitig bleiben die Blicke auf den See sowie auf die einzigartige Silhouette des historischen Dorfkerns mit Kirche und mittelalterlichem Turm erhalten.
Neuer Bahnhofplatz Olten (Studienauftrag 1. Rang)