Stadtraum Bahnhof Morgartenring, Basel
2010 machten wir im Rahmen der Regionalplanung ELBA (Entwicklungsplanung Leimental, Birseck, Allschwil) den Vorschlag für eine neue S-Bahn-Haltestelle Morgartenring. Dies war Teil eines nachhaltigen Massnahmenpakets «Städtebau und Verkehr» zur besseren Erschliessung und qualitativen Entwicklung der Stadtregion Basel – als Alternative zum damals vorgesehenen westlichen und südlichen Autobahnring. Der Vorschlag wurde anschliessend in den Ausbauschritt 2035 (STEP) aufgenommen; die SBB erarbeiteten eine Vorstudie und ein Vorprojekt für die Haltestelle.
Mit unserem kürzlich publizierten Entwicklungskonzept Stadtraum Morgartenring schliesst sich nach 16 Jahren der Kreis: Wir zeigen, wie die neue Haltestelle (die Realisierung ist bis 2031 vorgesehen) schrittweise zu einem integralen Bestandteil der umliegenden Quartiere und zum Impulsgeber einer qualitätsvollen Stadtentwicklung wird.
Aufgrund der umliegenden, nahezu vollständig geschützten und dicht bebauten Quartiere sowie der vergleichsweise bescheidenen Frequenzen (Prognosen gehen von 5’000 bis 6’000 Reisenden pro Tag aus) stehen bei den städtebaulichen Entwicklungs- und Transformationspotenzialen kleinräumige, aber wirkungsvolle Interventionen im Vordergrund. Der bestehende Vorplatz des Tramdepots wird zu einem vollwertigen Bahnhofs- und Quartierplatz umgestaltet, die Lage der Tram- und Bushaltestellen optimiert (direktes Umsteigen zwischen Bahn, Bus und Tram; BehiG-konforme Ausgestaltung). Durch eine neue Anordnung der Wendeschlaufe entsteht zusätzlicher Raum für Veloabstellplätze und Aufenthaltsflächen. Mit der gezielten Umgestaltung einzelner Strasseneinmündungen entsteht rund um den Bahnhof ein attraktives, sicheres und feinmaschiges Netz für den Fuss- und Veloverkehr. Bestehende Diagonalen werden zu qualitätsvollen Grünverbindungen aufgewertet.
Grosse Chancen liegen in der Vernetzung der beiden Entwicklungsgebiete Bachgraben und Binningerstrasse. Langfristig ist ein südlicher Bahnzugang mit Anbindung an die Achse Wanderstrasse vorgesehen (Umsteigen Bahn–Bus). In nordwestlicher Richtung wird die heutige Kantons- und Gemeindegrenze zu einem grosszügigen Grünkorridor mit Veloroute, der den Bahnhof mit dem Gebiet Bachgraben verbindet. Die heute unternutzten Flächen können etappenweise verdichtet werden, wodurch dieser wichtige Grünraum stadträumlich gestärkt wird.
Das Konzept zeigt, dass grosse Gesten nicht immer sinnvoll oder notwendig sind – insbesondere in einem hochwertigen, identitätsstiftenden Umfeld. Kleine, kostengünstige und gut durchdachte Massnahmen können sehr wirkungsvoll sein und rasch umgesetzt werden. Die grösseren Massnahmen – die Verknüpfung nach Süden und der Grünkorridor zum Bachgraben – können später und schrittweise realisiert werden.
REK Oberbaselbiet