Mobilität und Städtebau Lwiw
Die Stadt Lviv (Lemberg) ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit etwa 800'000 Einwohnende. Sie weist ein starkes Wachstum auf, was auch mit den vielen Flüchtlingen des russischen Angriffskrieges zusammenhängt. Für eine qualitative und bezahlbare Entwicklung spielt die präzise Koordination zwischen Siedlungsentwicklung und Mobilität eine bedeutende Rolle. Das integrale Städtebau- und Mobilitätskonzept (SUMP: «Sustainable Urban Mobility Plan») bildet die zentrale Grundlage dafür.
Grundidee ist die Förderung von leistungsfähigen, platzsparenden, nachhaltigen Verkehrssystemen mit Mehrwerten für die Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt steht darum die Stärkung der radialen Stadtachsen. Entlang dieser Achsen sind eine qualitative Verdichtung und Nutzungsdurchmischung vorgesehen. Diese Verdichtung wird mit leistungsfähigen, strukturierenden ÖV-Systemen (Tram, Trolleybus, Bus auf Eigentrassee) und einer Aufwertung der Strassenräume (mit Begrünung, breiten Gehbereichen, Velowegen) gebündelt. Gleichzeitig wird auch das lange vernachlässigte Bahnnetz aufgewertet. Auf den Schnittstellen von Tram und Bahn entstehen neue Subzentren, wo sich wichtige Einrichtungen konzentrieren.
Um das Stadtzentrum werden bestehende Tangentialverbindungen zu attraktiven Ringstrassen umgestaltet. Damit kann das Stadtzentrum entlastet werden und sind in den schmalen, zentralen, älteren Hauptstrassen kompakte Mischverkehrslösungen möglich. Ein wichtiges Thema sind die Logistik und die wirtschaftliche Entwicklung. Das Konzept sieht eine differenzierte Entwicklung der Arbeitsplatzgebiete gemäss ABC-Methodik vor. So entstehen Standorte mit unterschiedlichem Profil, die auf die Mikrolage abgestimmt sind (richtige Nutzung am richtigen Ort).
Die sprachlichen Kompetenzen und damit die enge, konstruktive Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern spielten schliesslich eine grosse Rolle bei der Verankerung und Aneignung (Bevölkerung, Behörden) des Projekts.
Zukunftsbild Bern-Mittelland